Am Nachmittag aus Westen und Südwesten zunehmende Gewittergefahr – örtlich Unwetter möglich!

Vorwarnung Starkregenschauer / Gewitter Stufe ROT: Es können lokale Schwergewitter mit heftigem Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen, lokal Tornadogefahr erhöht! 

Vorwarnung Starkregenschauer / Gewitter Stufe ORANGE: lokale starke Gewitter mit Sturmböen, kleinem Hagel und Starkregen möglich!

Akutwarnung Sturm / Orkan Stufe ORANGE: Am Samstag an den Küsten Sturmböen um 80 km/h (Stärke 9) möglich! Auf der Nordsee sind Böen der Stärke 10 nicht auszuschließen!

Vorwarnung Starkregen / Dauerregen Stufe ORANGE: Teilweise kann es zu schauerartig verstärktem, mit Gewittern durchsetztem Starkregen kommen!

 

Satellitenbild

Das Satellitenbild zeigt Deutschland aktuell unter Hochdruckeinfluss, aber aus Westen macht sich mehr und mehr der Einfluss eines markanten Tiefs bemerkbar. Dabei wird vorderseitig Warmluft zu uns geführt.

Höhenwetter

Die Höhenwetterkarte zeigt derzeit einen Höhenrücken über Deutschland, der sich heute weiter ostwärts verlagern wird. Ein Höhentief mit Trog stützt ein Tief über der See südwestlich von Irland. Dabei wird auf der Vorderseite dieses Systems, selbst in der Höhe deutliche Warmluftadvektion ausgelöst, was man deutlich an den Höhentemperaturen in ca. 5-6 km Höhe erkennen kann. Dabei herrscht ein Temperaturunterschied von -30 Grad bei Island und -4 Grad über dem Mittelmeer. Vor allem im Vorfeld des Tiefs, wo sich die Kaltfront befindet, zeigt sich in der Prognose eine starke Höhenströmung von 50 bis 80 Knoten. Sonst sind die Strömungsbedingungen deutlich schwächer und besonders über der Türkei fast gar nicht vorhanden. Zwischen dem Trog und dem Höhenrücken kommt es durch positive Vorticityadvektion und Druckabfall zu Hebungsimpulsen. Hierbei kann sich ein Gebiet erhöhter Gewitteraktivität entwickeln, das im Laufe des Nachmittags/Abends auf den Westen und Südwesten Deutschlands übergreift. Hierbei nimmt die vertikale Windscherung deutlich zu.

Bodendruck

Im Bodendruckfeld zeigt sich im Bereich des erwähnten Höhentiefs und Trog ein kräftiges Bodentief, das sich allmählich in Richtung Schottland verlagert. Dabei befindet sich Deutschland zunächst im Bereich warmer bis sehr warmer aber später auch zunehmend feuchterer Luft. Diese wird durch das Vorrücken der Kaltfront, sowie einer zunehmenden deutlichen vertikalen Temperaturabnahme destabilisiert. Dabei wird ein abnehmender KO-Index von zunächst 0 bis +4 K auf 0 bis -6 K gerechnet, was die Destabilisierung deutlich zeigt. Durch die gerechnete Zunahme der vertikalen Windscherung steigt der Supercell Composite Parameter deutlich an und es werden Werte von 1 bis 4 gerechnet. Desweiteren ist der deutliche Anstieg des Energy Helicity Index EHI mit Werten von 0.8 bis 3 in den Berechnungen der Modelle sichtbar.

Eine große Unsicherheit bieten die gerechneten Energiewerte. So rechnen das amerikanische Modell und das Schweizer SuperHD-Modell, sowie COSMO-D2 CAPE-Werte von 700 bis 1200, teils sogar bis 1500 J/kg, aber es gibt auch Lösungen wie WRF im Vorhersagesounding von gerademal 200 bis 500 J/kg. Sollten es nur geringe Werte geben, so kann sich die vertikale Windscherung als zu stark erweisen und die Aufwinde zerreißen, was die Gewitterrisiken deutlich drücken könnte. Durch die mögliche zunehmende Entwicklung des SRH 0-3km Wertes von 150 bis 300 m2/s2 und der vertikalen Geschwindigkeitsscherung von 20 bis 25 m/s steigt die Gefahr von organisierter Konvektion wie Superzellen und linienhafte Systeme deutlich an. Zudem sind durchaus auch Downbursts denkbar. Der Großhagelindex zeigt sich eher moderat mit Werten von 1 bis maximal 3 cm. Markant ist auch der Gehalt an niederschlagbaren Wassers von teils mehr als 40 mm, was ein Hinweis auf markante Starkregenereignisse sein kann.

Die weitere Entwicklung wird sich dann im Nachtverlauf und am morgigen Samstag zeigen. Durch einen zunehmenden Druckunterschied nimmt der Wind deutlich zu und im Binnenland sind steife Böen, teils auch stürmische Böen möglich. In den Hochlagen aber vor allem an Nord- und später Ostsee können Sturmböen auftreten.

 

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Über Udo Karow 1679 Artikel
Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten