Donnerstag vor allem in den höheren Lagen und Küsten Gefahr von Sturmböen

Am Donnerstag vor allem an den Küsten sowie in den höheren Lagen der Mittelgebirge Gefahr von Sturmböen ! Auf den Inseln und auf dem Brocken sowie oberhalb 500 / 600 Meter sind schwere Sturmböen nicht auszuschliessen ! Auf dem Brockenplateau auch orkanartige Böen Stärke 11 Beaufort.

Ausgegeben von Udo Karow, Vorhersagebüro

 

Die Wetterlage

Deutschland befindet sich am Donnerstag im Einflussbereich eines Tiefs mit Kern bei Südnorwegen. Dabei greift im Tagesverlauf eine Kaltfront auf den Nordwesten über die jedoch südlich in eine Warmfront mündet. Vor der Kaltfront liegt Deutschland im Warmsektor des Tiefs. In der Höhe zieht ein heute wetterwirksamer Höhenrücken ostwärts ab und die Südwestströmung verstärkt sich. Somit haben wir es am Donnerstag nicht nur mit ordentlich Wind zu tun sondern auch mit sehr milden Temperaturen. Die erwähnte Kaltfront schafft es nicht komplett Deutschland zu überqueren und wird zum Freitag von einer neuen Warmfront verdrängt. Deutschland verbleibt im stabileren Warmsektor wodurch vertikale Umlagerungen eher unwahrscheinlich sind. Dabei bleibt dann der vertikale Impulstransport eher aus. In wie weit die Kaltfront im Nordwesten für eine Destabilisierung auslösst bleibt abzuwarten.

Die Potentialsprognose

Verbreitet wird es am Donnerstag zu steifen bis stürmischen Böen kommen. In den höheren Lagen sowie hinter der Kaltfront und im direkten Umfeld sind Sturmböen wahrscheinlich. In den Niederungen bleibt es eher bei den steifen bis stürmischen Böen der Stärken 7 bis 8 Beaufort. Die Stärke des Windes im Nordwesten unseres Landes ist noch nicht sicher, da die Wettermodelle dort noch nicht sicher sind. Da von Südwesten die Warmfront heranrückt ist bereits im Nachmittagsverlauf im Westen eine deutliche Windabnahme zu erwarten. Aufgrund der erwähnten stabileren Schichtung der Luftmasse ist die Sturmgefahr in den Niederungen nur gering. Der Extremwetterindex von ECMWF zeigt bis Freitagfrüh im Nordwesten eine eröhte Wahrscheinlichkeit für mögliche Sturmböen. Nach Südosten ist das Risiko rasch abnehmend. Es gibt zudem auch eine Möglichkeit für Konvektion im Nordwesten da hier der K-Index mit 24 bis 26 auf das Risiko eingeht. Jedoch zeigt sich keine Energie über Deutschland was dem wiedersprechen würde. Die Wahrscheinlichkeit für Starkniederschlag mit über 20 mm in 24 Stunden liegt bei 0 %. Die hochreichende vertikale Windscherung ist mit mehr als 20 m/s recht stark was ebenfalls Konvektion eher verhindern würde, da die vertikalen Aufwinde regelrecht auseinandergerissen werden. Der KO-Index zeigt nur sehr geringe potentielle Instabilität vor der Kaltfront an und nur punktuelle Hebungsflächen. Trotz der milden Temperaturen dürfte es die Erwärmung schwer haben die Auslösetemperatur zu erreichen. Diese wird seitens des amerikanischen Modells im Nordwesten und Westen mit 16 bis 18 Grad gerechnet und im osten und Südosten bei über 20 Grad.

Fazit : Für die Entwicklung von Gewittern wird sehr wahrscheinlich die Energie fehlen und die Schermenge ist dementsprechend zu hoch. Trotz des erhöhten Konvektionsindex ( K-Index ) sind somit Gewitter eher unwahrscheinlich aber auch nicht zu 100 % unmöglich. Am ehesten dann an der Grenze zu den Niederlanden. Sturmböen von mehr als 75 km/h werden wahrscheinlich eher auf die Lagen überhalb 600 Meter und an den Küsten beschränkt bleiben. Jedoch ist verbreitet mit starken bis stürmischen Böen zu rechnen.

Es wird also deutlich windiger werden, jedoch wirklich signifikant wird es nur in den Hochlagen der Mittelgebirge wie Eifel, Taunus oder Harz sowie Erzgebirge etc. Der stärkste Wind ist wie gewöhnlich auf dem Brocken und auf den vorgelagerten Inseln zu erwarten.



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Meine Spezialgebiete:
Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren,
Radiosondenaufstiege auswerten

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