Heute von Baden Württemberg über die Mitte Deutschlands, bis nach Mecklenburg lokale starke Gewitter möglich

Aktualisiert am : by Marie Vosmik

Heute einzelne Schwergewitter ( Unwetter ) mit heftigem Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel möglich. Lokal sind Downbursts und vor allem im Südwesten ein Tornado nicht auszuschließen. Wettermodelle zeigen deutlichen Risiko für mögliche Superzellen.

Vielfach kräftige Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und Sturmböen möglich. Rotationen nicht auszuschließen.

Ausgegeben am 30.07.2017 um 10:00 Uhr, gültig bis zum 31.07.2017 um 10:00 Uhr, von Udo Karow – Vorhersageredaktion.

 

Die Wetterlage :

Deutschland liegt heute zwischen einem Höhenrücken im Osten und einem hochreichenden Tiefdrucksystem zwischen Grossbritannien und Island. Dabei bildet sich eine kräftige Höhenströmung aus.

Im Bodendruckfeld zeigt sich ein weiteres Tief das von der Nordsee nach Schweden zieht. Seine Kaltfront erreicht uns im Westen und bewegt sich langsam ostwärts. Diese Kaltfront wird am Montag allmählich als Warmfront rückläufig. Vor der Kaltfront wird sehr warme aber auch feuchte Luft nordostwärts geführt.

Dabei kann sich,  je nach Einstrahlung, ein starker Energiegehalt aufbauen, mit Capes von bis zu 1600 j/kg. Die Luftmasse zeigt sich als deutlich potentiell instabil geschichtet. Durch die kräftige Höhenströmung baut sich eine deutliche, vertikale Windscherung auf,  von teils mehr als 20 m/s. Somit kann ausgelöste  Feuchtkonvektion kenetische Energie in Form von Scherungscape bereitgestellt werden.

Auch der Storm relativ Helizity ist vor allem im Südwesten deutlich erhöht. Somit zeigt sich über Baden Württemberg und Teilen Bayerns,  eine hochgradig signifikane, vertikale Windscherung und das deutliche Potential für organisierte Zellsysteme wie Superzellen.

Ein weiterer Herd zeigt sich in den Modellen über Mecklenburg-Vorpommern, wo ebenfalls eine deutliche Scherung vorliegt. In diesen Bereichen ist auch der signifikant Tornado Parameter ( STP ) erhöht, was sich beim Energy Helizity Index wiederspiegelt. Somit sind Tornados nicht auszuschliesen.
Im Nordosten zeigt sich weiter ein deutlich erhöhter Delta Theta E, was einen Hinweis auf mögliche Downbursts liefern kann. Diese sind jedoch auch im Südwesten und Süden nicht auszuschließen.
Aufgrund der vorhandenen Vorhersageparameter sind mögliche Schwergewitter zu erwarten.

Warnsituation :

Wie erwähnt besteht heute ein erhöhtes Risiko für Schwergewitter. Wie immer kann man nicht genau sagen wo und wann. Teilweise sind ausgeprägte Gewittersysteme und Superzellen möglich. Jedoch sind auch Multizellen dabei aber auch Gewitterlinien. Im Nordwesten und Westen dagegen zeigt sich hinter der Kaltfront trockenere und stabilere Luft.

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Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten