In der Nacht teils kräftige Schneefälle und zunehmender Wind ! Glättegefahr !

Warnkarte

Unwetterwarnung Sturm / Orkan Stufe ” ROT ” : Auf dem Brocken sind schwere Sturmböen teils auch orkanartige Böen möglich ! Bei Schneefall drohen starke Verwehungen !

Warnung Sturm / Orkan Stufe ” ORANGE ” : In den Mittelgebirgen oberhalb 500 Meter Gefahr stürmischer Böen teils auch Sturmböen ! Bei Schneefall können Verwehungen auftreten !

Vorwarnung Starkschneefall / Dauerschneefall Stufe ” ORANGE ” : Vor allem in den Mittelgebirgen können kräftige Schneefälle auftreten ! Durch den Wind können Verwehungen auftreten und zudem Verkehrsbehinderungen !

Wetterhinweise : Es treten Schneefälle, Schneeregen oder punktuell Glatteisregen mit Windböen bis Stärke 7 auf. Dabei ist mit Straßenglätte und teilweise bei Schneefall mit Sichtbehinderungen zu rechnen !

 

Wetterlage

Deutschland befindet sich bereits ab der Nacht im Einflussbereich eines Frontensystems das sich südostwärts bewegt. Dabei folgt zunächst die Warmfront mit kurzzeitiger Milderung bevor dann die Kaltfront folgt und dahinter kalte Luft mit sich bringt. Bereits in der Nacht treten teils kräftige Niederschläge auf die besonders oberhalb 200 bis 300 Meter als Schnee fallen und der Wind frischt deutlich auf. In den höheren Lagen der Mittelgebirge drohen stürmische Böen, teils auch Sturmböen, auf dem Brocken schwere Sturmböen, teils orkanartige Böen aber auch in den tieferen Lagen können starke bis steife Böen der Windstärke 6 bis 7 auftreten. Verbunden mit Schneefällen können Verwehungen auftreten. Der Verursacher ist ein kräftiges Tiefdrucksystem über Skandinavien mit Höhentief. Der Gegenspieler ist ein Hochdruckgebiet über der iberischen Halbinsel mit einem Höhenrücken über dem Ostatlantik dessen Achse bis Island reicht.

Für uns aber ist das Tief über Skandinavien von Interesse. Denn in der Höhe ( ca. 5 km Höhe ) zeigt sich Höhenkaltluft von bis zu -40 Grad. Dadurch kommt es trotz der Kaltluft zu einem deutlichen vertikalen Temperaturgradienten, der zur Labilisierung führt. Dieser hat die Bildung kräftiger Schneeregen-, Schnee- oder Graupelschauer und selbst kurze Gewitter sind nicht auszuschliessen.

Am Mittwoch verlagert sich das Skandinavientief weiter Südostwärts und befindet sich in den Mittagstunden über der Südspitze Schwedens. Dabei nimmt über der deutschen Bucht und dem angrenzenden norddeutschen Tiefland der Wind deutlich zu. Über der deutschen Bucht und den ostfriesischen Inseln sind Sturmböen möglich, im Binnenland starke bis steife, nach Norden hin lokale stürmische Böen. Sturmböen auch wieder auf dem Brocken. Eine neue Front wird im Verlauf des Mittwochs erneut teils kräftige Schneeregen oder Schneefälle bringen die sich südwärts ausbreiten.

Donnerstag zeigt sich im Bodendruckfeld ein schwaches Zwischenhoch, das ein Ableger eines zunehmend kräftigen Hochs über Skandinavien ist während sich von den britischen Inseln ein neues Tief nähert. Dieses Tief wird sich aber nicht nach Deutschland verlagern sondern verlagert sich über Frankreich nach Norditalien. Dahinter bildet sich vom Skandinavienhoch bis zu einem Hoch über Nordspanien eine Hochdruckbrücke auf und mittels einer nördlichen Strömung gelangt weiterhin Kaltluft nach Deutschland. Vor allem in den Südalpen Schweiz / Italien sind in den kommenden 5 Tagen teils mehr als 1 Meter Neuschnee möglich.

Warnsituation

Mit Vorrücken des Frontensystems gehen die Regenfälle in Schnee über und vor allem südlich einer Linie Eifel / Berlin können kräftige Schneefälle auftreten, insbesondere in den höheren Lagen. Dabei sind in den Mittelgebirgen bis Dienstagabend punktuell mehr als 20 cm Neuschnee möglich und auch in den tiefern Lagen sind durchaus vor allem im Nordstau der Mittelgebirge 5 bis 10 cm denkbar. Die Schneefallgrenze steigt jedoch im Norden und Westen auf 400 bis 800 Meter an, hinter der Kaltfront sinkt diese aber aus Norden rasch wieder ab.

Über Udo Karow 1791 Artikel
Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten