In der Nacht zu Montag steigende Gewittergefahr ! Lokal Unwettergefahr !

Heute herrscht nochmals eine große Hitzebelastung. Nur im Nordwesten und Norden wird es schon kühler. In der Nacht können sich dann lokale heftige Gewitter entwickeln mit lokalem Unwetterpotential durch schwere Sturmböen, Hagelschlag und heftigem Starkregen. Besonders im roten Bereich ist die Gefahr dementsprechend erhöht. Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt bei 15 bis 35 %.

 

Wetterlage und Synoptik

Heute wird das Wetter über Deutschland von einem ausgeprägten Höhenrücken bestimmt. Dieser Höhenrücken verlagert sich jedoch weiter ost- bis südostwärts. Dadurch nimmt der Einfluss von Tiefdruckgebieten mehr und mehr zu. Dabei erreicht uns die Kaltfront eines atlantischen Tiefs. Vor dieser Kaltfront wird zunächst nochmals heisse Luft nach Deutschland gelenkt die am Abend zunehmend feuchter wird. Durch das Vorrücken der Kaltfront kommt es zu Hebungsvorgängen die in einer deutlich potentiellen instabilen Luftmasse Labilität auslösen können und somit können sich teils kräftige Schauer und Gewitter entwickeln. Vorraussichtlich wird es wohl im Bereich Rheinland Pfalz , Saarland losgehen. Hinter der Kaltfront kommt es in der einsickernden kühleren Luftmasse zu einer deutlichen Stabilisierung der Luftmasse. Ein Hochdruckgebiet über den Alpen mit dem Höhenrücken können durch Absinkbewegungen im Südosten die Gewitterbildung unterdrücken und die Kaltfront beginnt zu schleifen was eine Dynamikabnahme bedeuten könnte. Das Gewitterrisiko würde dann trotz Labilität und Energie abnehmen. Im Bereich der Kaltfront herrscht eine deutlich gescherrte Umgebung wodurch dementsprechend die signifikanten Signale steigen. So zeigt der Stormmotion Composit Parameter sowie der Supercell Composit Paramater eine dementsprechende hohe Signalgebung für mögliche organisierte Konvektion bis hin zu einzelnen Superzellen. Der EHI ( Energy Helizity Index ) zeigt ebenfalls deutlich erhöhte Signale was ein Hinweis auf lokale Tornados sein könnte. Glaubt man dem amerikanischen Modell GFS, so können sich bei möglichen Delta Theta E,s von 15 bis 24 K Downbursts entwickeln die dann Winde in Orkanstärke produzieren könnten. Der Large Hail Index zeigt sich aufgrund möglicher hohe Energywerte deutlich erhöht was auf das Auftreten von Grosshagel hindeuten könnte. Aufgrund zunehmender Scherungsenergie die möglicher Konvektion zur Verfügung stehen könnte, können sich die Capes noch deutlich erhöhen was aber abzuwarten bleibt. Je nach Modellkette werden teils bis zu 3000 j/kg an Energie gerechnet bei denen dann nochmals 800 bis 1000 j/kg Scherungsenergie hinzukommen könnte.

Fazit : Aufgrund der möglichen erhöhten Parametern, können sich lokale unwetterartige Gewittersysteme entwickeln. Vereinzelnt kann eine Superzelle und sogar ein Bowecho ( Bogenecho ) nicht ausgeschlossen werden. Wo das ganze sich nun entwickeln wird bleibt abzuwarten, genauso wie der zeitliche Ablauf. Die meissten Modelle sehen die Gewittertätigkeit erst in der zweiten Nachthälfte wobei jedoch schon am Abend erste Gewitter möglich sind, besonders in den Mittelgebirgen.

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Über Udo Karow 1663 Artikel
Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten