Sturmwarnung ! Sturmtief Xavier am Donnerstag erwartet ! 04.10.2017

Akutwarnung Sturm / Orkan Stufe " ROT " : Auf dem Brocken schwere Sturmböen, teils orkanartige Böen möglich !

Akutwarnung Sturm / Orkan Stufe " ORANGE " : An den Küsten stürmische Böen, teils Sturmböen möglich ! Schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen, besonders auf den friesischen Inseln !

Vorwarnung Sturm / Orkan Stufe " ROT " : Donnerstag schwere Sturmböen bis orkanartige Böen möglich !

Vorwarnung Sturm / Orkan Stufe " ORANGE " : Donnerstag Sturmböen möglich !

Vorwarnung Starkregen / Dauerregen Stufe " ORANGE " : Donnerstag mehr als 30 Liter möglich !

Ausgegeben am 04.10.2017 um 11:45 Uhr von Udo Karow, Vorhersagebüro

 

Die Wetterlage :

Deutschland liegt aktuell in einer westlichen Strömung zwischen einem Tiefdrucksystem über Nordeuropa und einem Hochdrucksystem über Süd- und Südwesteuropa. Zwischen beiden Drucksystemen baut sich ein grösserer Druckunterschied auf, was sich beim Wind bemerkbar machen wird, der mehr und mehr zu nimmt. Dabei sind heute in den Hochlagen und an Nord- und Ostsee Sturmböen möglich. Schwere Sturmböen sind nocht auszuschliessen. Am Abend lässt der Wind zunächst etwas nach bevor er dann erneut stark auffrischt.

Sturmtief Xavier erreicht bereits am Donnerstagmorgen vorraussichtlich die deutsche Bucht. Dabei ziehen mit der Warmfront dichte Wolken mit Niederschlag auf. Vor allem zwischen Warmfront und Kaltfront im Warmsektor kann es kräftig regnen. Der Wind weht vor allem auf den Bergen stark mit schweren Sturmböen oberhalb 800 Meter. An der Kaltfront kommt es zu Destabilisierung der Luftmasse und in der Höhe nimmt der Wind deutlich zu. Durch die Destabilisierung kann sich eine Schauer- und Gewitterlinie entlang der Kaltfront formieren an der, der Höhenwind herabgemischt werden könnte. Die Modelle rechnen in 850 hPa ( 1.4 km Höhe ) 50 bis 70 Knoten was einer Geschwindigkeit von 93 bis 130 km/h entspricht. Somit können in dessen Bereich auch in den Niederungen schwere Sturmböen, teils orkanartige Böen auftreten. Auf den Bergen ist voller Orkan zu erwarten wie z.B. auf dem Brocken.

Das Sturmtief ist ein sogenannter Schnellläufer und zieht unterhalb eines Jets in südöstlicher Richtung. Es liegt dabei im Bereich deutlich zunehmender Vorticity und unter einer Höhendivergenz. Dieses lösst am Boden deutliche Hebung und Druckabfall aus. Zunächst setzen mit der Warmluftadvektion kräftige Regenfälle ein bevor sich die Kaltfront wie ein Keil unter die Warmluft schiebt und diese abermals hebt. In den konvektiven Karten zeigt sich ein deutlicher horizontaler Gradient beim KO-Index der von kräftigen Hebungsflächen überlagert wird. Dieses ist ein Hinweis auf mögliche kräftige konvektive Ereignisse ( Schauer / Gewitter ). Es zeigt sich aufgrund eines Mid-Level-Jets in 5.5 km  Höhe eine hochreichende vertikale Windscherung von möglichen 30 m/s. Diese Scherung könnte eventuell sogar schon zu stark ausfallen um kräftige Konvektion auszulösen da die schwächeren Aufwinde zerissen werden können. Zudem ist auch der Low-Level-Shear erheblich hoch. Besonders im Warmsektor und an der Kaltfront. Dadurch steigt die Gefahr für Tornados, jedoch kann die Scherung wie erwähnt zu stark für mögliche organisierte Konvektion sein. Der Supercell Composit Parameter und auch der Energy Helizity Index zeigen im Bereich der Kaltfront nur geringe Signale.

Dennoch kann man zusammenfassend sagen das die Vorhersageparameter Signale für eine kleinräumige teils gefährliche Sturmlage zeigen.

Wir sehen hier die vorläufige Vorhersage der möglichen Windgeschwindigkeiten. Hierbei sei erwähnt das in exponierten Gipfellagen wie auf dem Brocken der Wind deutlich stärer sein kann. Das gleiche gilt für die Kaltfront und im Umfeld von möglichen Schauern und Gewittern.

Modellvergleich

Die Modelle sehen synoptisch recht ähnlich aus. Es gibt noch leichte Unsicherheiten bei der Intensität und Zugbahn. Zudem ist nicht klar ob es zu möglichen Gewittern kommt oder nicht. Jedoch wird das Sturmtief von allen Modellen gerechnet was die Sicherheit der Prognose deutlich erhöht. Besonders im Fokus liegen das nördlichen und nordöstliche NRW, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.

Aufgrund der ähnlichen Prognose der Modelle war das Ausgeben der Vorwarnung erforderlich. Da es regional auch zu einer Unwettersituation kommen kann. Aufgrund von Stationsmeldungen war auf dem Brocken und dem Fichtelberg im Erzgebirge eine Akutwarnung auszugeben. Zudem werden auch an den Küsten Sturmböen erwartet was dementsprechend ebenfalls eine Akutwarnung erforderlich machte.

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Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten