Unwettertief über Mittelmeerraum 29-10-2018

 

Die Isobarenkarte zeigt die Ausprägung des Tiefs deutlich und dort wo die Isobaren dicht beieinander liegen finden sich die Starkwindfelder. Vor allem über der See werden Mittelwinde von 40 bis 50 Knoten gerechnet.

Damit hat das Tief die Definition Sturmtief erreicht. Durch die Anströmung an die Alpen werden auch Regengebiete und eingelagerte Gewitter gegen das Gebirge gedrückt und es kommt weiterhin zu teils intensiven Regenfällen.

Auf der Ostflanke des Tiefs wird Warmluft aus der östlichen Sahara über das Baktikum nordwärts geführt. Auf der Westflanke fließt Polarluft ein und so sind in Frankreich sowie Spanien und den Balearen nur herbstliche Temperaturen zu erwarten.

Zudem haben sich erneut teils heftige Gewitter gebildet und ein Trog westlich des Tiefs sorgt für ausreichende Hebungsimpulse was auch das Tiefdruckgebiet am Leben hält. Durch den Trog kommt es zur vertikalen Windscherung ( Richtung- und Geschwindigkeitsscherung ) und somit sind organisierte Gewitter zu erwarten und auch die Tornadogefahr ist erhöht. Der vertikale Impulstransport kann vor allem bei Schauer und Gewitter Orkanböen in Bodennähe auslösen. In den Alpen hat aufgrund der südlichen Anströmung ein schwerer Föhnsturm eingesetzt mit orkanartigen Böen in den Gipfellagen die sich verstärken und so kann es zu extremen Orkanböen kommen. Dadurch steigt in den nördlich gelegenen Tälern die Temperatur deutlich an und es trocknet ab.

Hier sehen wir die Gefahrensituation. Vor allem in den violetten Bereichen haben die Modelle aus den Nachtläufen Orkanböen und an den Alpen weitere ergiebige Niederschläge gerechnet wobei es beim Wind zwischen den Modellrechnungen teils große Unterschiede gab. Dennoch ist eine signifikante Wettergefahr gegeben. Da es schon zu Überflutungen / Hochwasser und Erdrutschen kam wird sich teilweise die Lage noch zuspitzen.

Das Tiefdruckgebiet wird sich heute noch im Mittelmeerraum festsetzen bevor es dann in der Nacht über die Schweiz nach Südwestdeutschland zieht. Die Warmluftzufujr wird in der Osthälfte deutlich verstärkt und der Wind nimmt zu.

Am Dienstag befindet sich das Tief bereits über der südlichen Nordsee und löst auf seiner Südflanke Sturm aus. Zudem kommt es zu signifikanten Temperaturunterschieden. So sind in der Osthälfte Temperaturen von 15 bis 18 lokal 20 Grad zu erwarten und im Westen 3 bis 8 Grad mit möglichem Schneefall in den Bergländern.

Bereits in der Nacht setzen im Erzgebirge sowie in Bayern Sturmböen ein die sich auf die anderen östlichen Mittelgebirgen ausweiten. Im weiteren verlauf breitet sich der starke Wind westwärts aus. In wie weit der Wind Sturmstärke oder gar Orkanstärke in den Hochlagen erreicht, bleibt abzuwarten.

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