Update zum Sturm an Rosenmontag Tief RUZICA

Die Wettermodelle werden sich langsam aber sicher einig in Sachen Sturm an Rosenmontag. Es sei erst einmal gesagt, dass es eigentlich ein ganz normaler Sturm ist, der wahrscheinlich weniger Beachtung finden würde, wenn er eben nicht genau am Rosenmontag über den Westen und Nordwesten von Deutschland ziehen würde,eben genau da wo die Hochburgen des Karnevals sind. Die Medien berichten über mögliche Absagen der Umzüge, wir können darüber keine Auskunft geben, da wir für das Wetter und nicht für die Karnevalsumzüge zuständig sind. Was gibt es nun neues ? nachdem bereits am frühen Sonntagmorgen ein Sturmfeld über Deutschland zieht, wird es ab Montagmorgen im Westen und Nordwesten sehr stürmisch mit Böen bis 85 kmh. Tagsüber wird der Wind kurzzeitig mal abflauen. Es wird dann am späteren Nachmittag von Niedersachsen über NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz bis nach Baden-Württemberg wieder stürmische Böen oder Sturmböen geben, auch schwere Sturmböen über 100 km/h sind stellenweise in den Schauern möglich. Auch im Osten und Süden treten verbreitet Böen über 60 bis 70 km/ und mehr auf. Auslöser für den Sturm am Rosenmontag ist das Tief „Ruzica“  das sich heute bei Neufundland zusammenbraut und rasch über den Atlantik zieht. Dabei verstärkt es sich zu einem ausgeprägten Sturmwirbel. Bis zum Montag zieht das Tief über Schottland hinweg zur nördlichen Nordsee. Das Sturmfeld trifft Deutschland zum Glück nicht mit voller Wucht, gefährlich ist die Lage dennoch.

Werfen wir noch einen Blick auf das signifikante Wetter unseres HD Modells. Sie sehen mit den grünen Farben für Regen gut die Kaltfront von Nordwesten anrücken. Es sind im Modell sogar violette Signale drin, die Gewitter anzeigen. Dies ist ein Hinweis, dass örtliche Gewitter wohl recht wahrscheinlich sind. Wo diese aber genau auftreten, lässt sich erst kurzfristig mit dem Regenradar und der Blitzanalyse abschätzen.

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Fazit von Fabian Ruhnau (Kachelmannwetter): Wenn überlegt wird Veranstaltungen wegen Sturm abzusagen, erwarten viele vermutlich einen riesen Sturm oder gar Orkan, wie Kyrill oder ähnliche historische Ereignisse. Das wird am Montag nach aktuellem Stand nicht der Fall sein. Die Windböen werden in den meisten Gebieten nicht stärker sein, als bei einem „normalen“ Sturm, wie er öfter im Herbst und Winter vorkommt. Aber: Örtlich sind in kräftigen Regenschauern und kurzen Gewittern auch stärkere Böen mit Windstärke 10 möglich (90 km/h und mehr)!

Fazit von Thomas Sävert (Kachelmannwetter) : Als kleine Ergänzung noch dies: Auch wenn die Modelle mal etwas schwächer rechnen, bedeutet dies noch keine Entwarnung. Denn wir haben es mit einer sehr labilen Lage zu tun. Zuerst kann sich an der Kaltfront eine Linie mit kräftigen Schauern und einzelnen Gewittern bilden, später am Tage sind im Nordwesten und Westen kräftige Schauer und einzelne Gewitter in der Höhenkaltluft drin. In beiden Fällen sind lokal eng begrenzt schwere Sturmböen möglich, die von den Modellen gar nicht ausreichend erfasst werden (können). Sogar die Tornadogefahr ist leicht erhöht, ich wollte das nur noch nicht so groß fahren, weil es einfach noch zu früh ist. Morgen lässt sich dazu vielleicht mehr sagen.

 

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Seit 2013 bin ich verantwortlicher Gesellschafter bei der Unwetteralarm Schweiz GmbH. Meine Leidenschaft ist die Meteorologie. Meine Spezialgebiete sind neben Unwetterwarnungen, auch Marketing und Produktmanagement . Geboren in den 1970er Jahren im hessischen Bad Vilbel