Vorabinformation Sturmlage Mittwoch 03.01.2018

Aktualisiert am : by Angelo D Alterio

Vorabinformation mögliches Unwetter ( Sturmlage ) am Mittwoch 03.01.2018

Ausgegeben am 01.01.2018 um 21:45 Uhr, gültig ab dem 03.01.2018 um 00:00 Uhr, von Udo Karow – Vorhersagebüro

 

Die “ mögliche “ Wetterlage

Isobarenkarte

Wir sehen hier die Isobarenkarte für den Mittwoch 03.01.2018. Sieht ein wenig chaotisch aus. Also, die schwarzen Linien sind die Isobaren. Sie zeigen den Luftdruck in Bodennähe. Blau und Rot sind die jeweiligen Fronten wie auch das violett. Orange zeigt das Geopotential in Meter wo die Druckfläche 500 hPa liegt. Das durchsichtige violett ist der Jetstream.

Wir sehen das sich über der Nordsee im Bereich der ostfriesischen Inseln ein Sturmtief breit gemacht hat. Dieses Tief zieht von den britischen Inseln unter Intensivierung ostwärts und beeinflusst auch die deutsche Bucht.

Auf der Nordflanke ist der Druckunterschied nicht so ausgeprägt wie an der Südwestflanke. Hier befindet sich ein Sturmfeld das sich vorraussichtlich bis zum Jetstream ausdehnt. Dabei zeigt sich das sogenannte Höhentief am linken Jetauszug.

Dieses ist für die entwicklung eines Tiefs günstige Lage da hier eine sogenannte Höhendivergenz liegt. Das bedeutet im Umkehrschluss eine Konvektion am Boden. Somit setzt Hebung ein und Druckabfall. Sogenannte Vorticity ( Wirbelhaftigkeit ) ist ebenfalls im ausreichenden Maß vorhanden, was die Hebung und den Druckabfall fördert.

Im Gegenzug befindet sich bei Portugal ein Hochdruckgebiet das auch in der Höhe anhand eines Höhenrückens nachweisbar ist. Hier herrscht Absinken und Druckanstieg. Zwischen beiden Druckkomponenten baut sich ein horizontaler Druckunterschied aber auch ein horizontaler Unterschied des Geopotentials. Das bedeutet das durch das Ausgleichsstreben der Natur der Wind stärker wird. Je stärker der Druckunterschied desto stärker wird der Wind.

Nun kommt eine weitere Komponente und das ist die sogenannte Höhenkaltluft. Die Höhenkaltluft beschreibt die Temperatur in der 500 hPa Druckfläche. Setzt hier sogenannte Kaltluftadvektion ein ( heranführen einer Kaltluftmasse ) so kommt es zu einem vertikalen Temperaturunterschied ( Gradient ). In der Synoptik wird dieser Wert auch gerne Delta T genannt.

Je stärker dieser Wert ausgeprägt ist, desto instabiler wird die Atmosphäre. Eine Faustformel besagt, das ein Wert von -25 Grad leichte Instabilität bedeutet ( überwiegend Schauerwetter, einzelne Gewitter denkbar ) und – 30 Grad hohe Instabilität bedeutet ( verbreitet Schauer und Gewitter möglich ). Nun am Mittwoch wird in einem Bereich zwischen dem Emsland und dem nördlichen Baden Württemberg ein Wert von -29 bis -32 Grad Delta T gerechnet. Somit muss hier das Risiko des sogenannten vertikalen Impulstransport bedacht werden. Der vertikale Impulstransport tritt bei instabilen Luftschichten auf vornehmlich in Schauer und Gewitternähe.

Dabei wird der Höhenwind ( 850 hPa Druckfläche = planetarische Grenzschicht ) herabgemischt. In dieser Situation besagt eine Fausformel das der Mittelwind in 850 hPa ( ca 1.44 km Höhe ) die Böen in Bodennähe entsprechen kann. Beispiel : 850 hPa Wind 100 km/h / vertikaler Impulstransport ( herabmischen ) ca. 100 km/h in Böen.

Bedeutung

Wir haben mehrere Komponenten die hier zusammen wirken können. Der mögliche Standort des Sturmtiefkerns am linken Jetauszug. Hier vorhandene Hebung und Wirbelhaftigkeit. Starke Höhenwinde und einfliessende Höhenkaltluft mit Konvektionsrisiko und somit das Risiko für den vertikalen Impulstransport. Die Bedingungen für die Entwicklung einer Sturmlage über Deutschland sind somit recht gut.

Modellvergleich

Die verschiedenen Modelle zeigen synoptisch gesehen eine durchaus ähnliche Entwicklung. Wie immer auf so einem Zeitpunkt gibt es typische Unsicherheiten bei Zugbahn, Zeitpunkt und Windgeschwindigkeiten aber alle Modelle haben eine deutliche Windentwicklung am Mittwoch im Programm.

Prognose

Im Bereich der deutschen Nordseeküste wie auch bei unseren Nachbarn in den Niederlanden Gefahr von Orkanböen über 120 km/h. Sturmböen bis schwere Sturmböen von Belgien über Frankreich, der Schweiz, Österreich sowie Deutschland. Gefahr konvektiver Böen von mehr als 100 km/h. Somit dürften einige Regionen im Unwetterbereich Stufe ROT oder VIOLETT liegen.

 

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Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten