Warnlagebericht 10.08.14 Update 10:00 Uhr

Vorwarnbericht Sonntag 10.08.2014 Update
Basis GFS und WRF von 00 UTC des 10.08.2014

Lage : Aktuell befindet sich Ex-Hurrikan Bertha über den britischen Inseln und dessen Kaltfront hat die Westküste Frankreichs erreicht. Vor der Kaltfront hat sich ein großes Wolkenfeld ausgebildet. Deutschland gerät auf die Vorderseite in eine starke Warmluftadvektion die vor allem im Süden und Osten durch hohe Temperaturen bemerkbar ist. Im Rest des Landes wird es schwülwarm. Im weiteren Verlauf entwickeln sich am Nachmittag erste teils schwere Schauer und Gewitter. Ab etwa 15 UTC ( 17 Uhr ) ist der erste Höhepunkt zu erwarten bevor am Abend im Westen die Kaltfront eintrifft.

Die Wetterlage ist durchaus als brisant zu bezeichnen. Zum einen wird vor der Kaltfront reichlich Energie gerechnet zum anderen ist die Luftmasse sehr instabil. Durch das Vorrücken der Kaltfront und möglichen Konvergenzlinien können sich erste schwere Gewitter bilden da es zu großflächiger Hebung kommt. Dadurch kann die Instabilität ind Labilität umgewandelt werden. Zusätzlich ist auch einiges an Feuchte vorhanden was sich am niederschlagbaren Wasser von teils mehr als 40 kg/m3 bemerkbar machen wird. Zudem ist in 850 hPa ein Theta E von mehr als 50 Grad zu erwarten. Zudem wird ein Mixing Ratio von 12 bis 14 g/kg gerechnet. Was jedoch ganz klar ins Auge springt ist die deutlich vorhandene Scherung.

So wird eine hochreichende Scherung ( Deep layer Shear 0-6 km ) von 20 bis sogar 25 m/s gerechnet und ein Low level Shear ( 0-1 km ) von 12.5 bis 15 m/s gerechnet was bei den gerechneten Basen ( LCL ) von unter 1000 Meter deutlich zum tragen käme. Dadurch wird die Möglichkeit für das Auftreten von Tornados erhöht. Das zeigt auch im Detail der deutlich erhöhte Tornadoparameter im Forecast. Zudem zeigt sich die Scherung auch im Superzellenparameter der ebenfalls deutlich erhöht ist. Da der SRH3 deutlich erhöht ist sind organisierte Gewitterzellen in der Lage rechts auszuscheren. Da jedoch auch der Left Mover erhöht ist ist auch ein links Ausscheren möglich. Da Scherung und erhöhte Energiemengen aufeinandertreffen ist auch die Entwicklung von Großhagel möglich. Durch hochreichende Konvektion ( Schauer / Gewitter ) können die Höhenwinde herunter gemischt werden. Dieses macht bei Schauer und Gewitter starke konvektive Böen wahrscheinlich. Somit ist mit Sturmböen bis hin zu orkanartigen Böen ( 9 bis 11 Beaufort ) zu rechnen.

Als Zelltypen kommen organisierte Multizellen, Superzellen und eine Squalline in Betracht aber auch Bowechos können nicht ausgeschlossen werden.

Gefahren : Heute kommt es bei Gewittern zu heftigen Böen ( Stärke 9 bis lokal 11 Beaufort / eventuell auch 12 Beaufort ). Zudem lokal größerer Hagel ( um 5 cm Korndurchmesser ). Zudem tritt lokal heftiger Starkregen auf. Lokal kann das Auftreten eines Tornados nicht ausgeschlossen werden.

 

Zuerst wird es wohl vom Saarland über Rheinland Pfalz und NRW bis nach Niedersachsen los gehen. Kräftigste Entwicklungen womöglich im Bereich Saarland, Rheinland Pfalz und NRW. Dieses weitete sich zum einen in Richtung Nordost und zum anderen ostwärts aus so das am Abend auch der Südwesten und die Mitte betroffen ist. In der Nacht weiteres Ausbreiten nach Osten. Im Westen durch einfließende kühlere Luft Wetterberuhigung.

Über Angelo D Alterio 2592 Artikel
Seit 2013 bin ich verantwortlicher Gesellschafter bei unwetteralarm.com Wetter und Unwetter ist eine Leidenschaft von mir. Geboren 1970 im hessischen Bad Vilbel.