Warnupdate 14:30 Uhr: Kaltfront kommt weiter ostwärts voran

Aktualisiert am : von Angelo D Alterio

Unsere sturmbringende Kaltfront hat sich seit dem letzten Update weiter nach Osten verlagert. Sie erstreckt sich nun vom westlichen Mecklenburg-Vorpommern über das östliche Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz bis zum Saarland.

Im weiteren Verlauf sind die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen vom Hauptgefahrenpotential Sturmböen durch die Kaltfront betroffen.

Auch der äußerste Westen wird am Nachmittag nochmals postfrontal von einem schwachen Sturmfeld erfasst, wo Sturmböen bis 80km/h möglich sind.

In diesen Gebieten gilt die Warnstufe ORANGE für die verbreitete Gefahr von Sturmböen bis 80 km/h und der lokalen Gefahr von schweren Sturmböen bis 100 km/h.

An den Küsten gilt weiterhin die Warnstufe ROT für die Gefahr von schweren Sturmböen bis 100 km/h und vereinzelten orkanartigen Böen bis 110 km/h.

Im Harz gilt die Warnstufe ROT (Berge) für die Gefahr von orkanartigen Böen und Orkanböen bis 130-140km/h.

 

Schwere Sturmböen im Osten?

Weiterhin steht die Frage im Raum wie sich der Kaltfrontdurchgang im Osten gestaltet.

Wenn sich vor der Kaltfront im Osten in der noch warmen Luftmasse Schauer und Gewitter entwickeln sollten und die Kaltfront dadurch recht organisiert „auftritt“ berechnet das Modell COSMO-D2 (linke Karte) sogar lokale orkanartige Böen mit Durchgang der Kaltfront im Nordosten.

Im Gegensatz dazu steht das französische AROME-Modell (rechte Karte). Es berechnet den Kaltfrontdurchgang im Osten nicht so stark, sieht dafür aber in den Schauern und Gewittern an der Nordseeküste Potential für kräfte Fallböen bis in den vollen Orkanbereich hinein.

Es könnte also noch turbulent zugehen heute. Wir werden Sie entsprechend auf dem Laufenden halten, wenn wir mehr wissen.

Regenradar beobachten

Man kann aus unserem hochaufgelösten Regenradar zu jeder Zeit die aktuelle Position der Kaltfront erkennen.

Tipps zum Einschätzen der Sturmgefahr:

  • Schauen Sie, ob Sie im Regenradar kleine linienartige Anordnungen von Starkregenbändern sehen. Dort besteht akute Sturmgefahr!
  • Wenn Sie Starkregenzellen im roten Reflektivitätsbereich sehen besteht dort die Gefahr von starken Fallböen bis in den orkanartigen Bereich hinein.
  • Die Sturmgefahr ist größer bei zusammenhängenden linienartigen starken Regenbändern als bei zerklüfften einzelnen Regengebieten.
  • Im Westen hinter der Kaltfront können Sie sich nicht auf das Regenradar verlassen. Sie bekommen das kleine Sturmfeld vom Tief ab, das ganz ohne Schauer und Gewitter zu Sturmböen führen kann.

Im Anschluss sehen Sie folgend stets das aktuellste Regenradarbild:

Nutzen Sie unser neues Modul der Wetterkarten ! Sie können jederzeit aktuelle Modellrechnungen abrufen. Ebenfalls können Sie über das Modul unser HD Wetterradar steuern. Regen oder Schnee ? Schauen und reagieren.  Ebenfalls neu bei unwetteralarm.com  Aktuelle Pegelstände aller großen deutschen Flüsse. Hochwasser oder Niedrigwasser, informieren Sie sich rechtzeitig über mögliche Gefahren.
Über Markus Bensing 31 Artikel
Zuständig für IT, Modellkarten, Warn-Software, Radarauswertungen, ausführliche Vorabberichte zu schweren Unwetterlagen, Unwetterwarnungen. Wohnhaft in Berlin gebürtig aus Halle an der Saale.