Weiterhin Gefahr schwerer Gewitter mit Unwetterpotential

Vorwarnung Starkregenschauer / Gewitter Stufe ” ROT ” : Erneut können sich heute lokale Schwergewitter bilden. Dabei ist mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen zu rechnen ! Die Stufe ” VIOLETT ” kann nicht ausgeschlossen werden !

Vorwarnung Starkregenschauer / Gewitter Stufe ” ORANGE ” : Es sind heute weitere starke Gewitter zu erwarten mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und steifen bis stürmischen Böen ! Die Stufe ” ROT ” ist nicht ausgeschlossen !

 

Wetterlage

Weiterhin wird es heute keine Ruhe geben. Deutschland befindet sich weiterhin im Zustrom warmer und feuchten Luftmassen. Im Nordosten gelangt etwas kühlere und trockenere Luft. Zwischen den beiden unterschiedlichen Luftmassen bildet sich, ausgehend von einem Bodentief über den Benelux, eine Konvergenz. Das Tiefdrucksystem im Westen wird durch ein Höhentiefkomplex mit zwei Kernen gestützt. Über dem zentralen Mittelmeerraum findet sich ein Höhenrücken, dessen Achse von Nordafrika bis zum Balkan verläuft. Dabei ist im direkten Umfeld Absinken möglich was mögliche Konvektion entgegenwirken kann.

Über Deutschland findet sich in knapp 6 km Höhe kaum Höhenwind mit nur 4 bis 10 Knoten. Zudem zeigen die -11 Grad in der Höhe die hochreichende mildere Luftmasse. Im Vergleich sind im Zentrum des Höhentiefs -12 bis -18 Grad zu erwarten und nach Nordosten -21 Grad. Allgemein wird über Russland deutlich kühlere Luft südwärts gelenkt. Diese kühle Luft werden wir nicht abbekommen und somit bleibt es bei dem schwülwarmen bis heißen Hochsommerwetter.

Am Freitag verlagert sich das atlantische Höhentief etwas Richtung Biskaya und das Bodentief über den Benelux nach Nordwestdeutschland. Die warme und feuchte Luftmasse kommt dadurch wieder nach Norden voran während sich das Wetter im Südwesten und Westen stabilisiert was einem Hoch über Frankreich geschuldet ist. Eine neue Konvergenz kann ebenfalls wieder ein Thema werden, wo es dann erneute schwere Gewitter geben kann.

Synoptik

An der Nordflanke und Nordostflanke rechnen die Modelle die höchsten Energiewerte des Tages was der Radiosondenaufstieg aus der Nacht aus Essen bestätigt. Dabei kann sich wieder eine energetische Luftmasse mit 600 bis 1200 j/kg bilden und diese ist mit einem KO-Index von -3 bis -12 K potentiell instabil geschichtet. Der negative KO-Index zeigt sich verbreitet über Deutschland die nur einen Auslöser braucht damit daraus Labilität erzeugt wird. Vor allem der Gehalt an niederschlagbaren Wassers von bis zu 42 mm und die niedrige Höhenströmung sorgen erneut für eine hohe Gefahr von heftigem Starkregen ( Flashfloods ). Der Delta Theta E gibt auch wieder leichte Hinweise auf mögliche Downbursts ( Fallböen ). Ein weiteres ist der Energy Helizity Index der teilweise erhöhte Werte zeigt von 1 bis 2. Das ist ebenfalls ein Hinweis auf mögliche signifikante Entwicklungen. Einige Modelle gehen derzeit von einer möglichen Bildung einer Gewitterlinie, aus die am Nachmittag langsam über die Mitte nordostwärts ziehen soll. Ein weiteres ist die teilweise vorhandene positive Vorticity Advektion die ebenfalls Hebung und Druckabfall auslösen kann und im Zusammenspiel mit erzwungener Hebung durch die Mittelgebirge und der Konvergenz mögliche konvektive Entwicklungen stützt.

Die Hauptgefahr bei der derzeitigen Schwergewitterlage bleibt der Starkregen bei dem es punktuell 30 bis 40 teils auch 50 Liter innerhalb kurzer Zeit geben kann. Zudem ist auch Hagel wieder dabei mit Korngrößen von bis zu 2 eventuell auch 3 cm. Örtlich können sich Gewitterfallböen entwickeln, wodurch es zu schweren Sturmböen kommen kann.

Wie immer gilt, es wird nicht jeden treffen und teilweise können nur wenige Kilometer entscheiden, ob es nass wird oder nicht. Es verhält sich beim Wasser kochen. Da kann man auch nicht Vorhersagen, wo die erste Blase nach oben kommt.

Über Udo Karow 1778 Artikel
Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten