Wetterlagenumstellung ! Wärmer, feuchter und gewittriger ! Ein Überblick

Die Wetterlage wird sich allmählich bis zum Wochenende umstellen. Ein Tiefdruckgebiet zieht heute mit seinen Wolken in den Osten von Deutschland und sorgt für einen nassen Donnerstag. Dahinter folgt allmählich mildere Luft die wir vor allem ab dem morgigen Freitag bemerken werden. Das Tief wird in das Zirkulationsmuster eines Tiefdrucksystems über der iberischen Halbinsel eingegliedert. Das Hochdrucksystem über Nordeuropa verlagert sich bis Freitag noch etwas Nordwärts. Dadurch ändern sich die Strömungsverhältnisse, denn diese drehen allmählich über Ost auf Südost.

 

 

Das zeigt auch schön die Luftmassenübersicht. gelb, orange bis rot zeigt eine warme teils aber feuchte Luftmasse, die vom schwarzen Meer herangezapft und in Richtung Mitteleuropa gelenkt wird. Eine zweite signifikante Warmluftzunge zeigt sich über der iberischen Halbinsel. Über Mitteleuropa bis hin zum zentralen Mittelmeerraum gelangt derzeit noch kühlere feuchte Luft. Interessant für uns jedoch ist die Warmluftzunge die sich von der Türkei und dem schwarzen Meer über die Ukraine Richtung Polen schiebt.

Am Freitag ist von unserem heutigen Tief kaum mehr was zu sehen. Erst im Zirkulationsmuster zeigen sich noch dessen Ansätze. Das steuernde Tief liegt dabei über Südwesteuropa und somit arbeitet sich die erwähnte Warmluftzunge weiter nach Mitteleuropa vorran. Dieses zeigt sich auch anhand der Warmfront über dem Baltikum und Nordpolen während das Hoch über Skandinavien Kaltluft südwärts lenkt. Dabei wird die Kaltluftadvektion über Mitteleuropa allmählich gestoppt und es kommt zur allmählichen Milderung.

Das zeigt sich erneut anhand der Luftmassenübersicht. So zeigt sich bereits die gelbe Färbung der Luftmasse über der Ostsee und Dänemark aber auch über Mitteleuropa wird das grün immer heller mit ersten Ansätzen zur gelben Färbung was für eine mildernde Luftmasse spricht. Weiterhin zeigt sich eine sehr warme bis heiße Luftmasse über der Türkei und dem schwarzen Meer aber auch teilweise im Bereich der Krim. Das Schwarze Meer kühlt die Luftmasse nur geringfügig ab und somit zeigt sich die orangefarbende Zunge bereits bis zum Baltikum.

Diese Luftmasse hat allerdings noch eine Eigenschaft denn sie ist auch sehr feucht.

Hier zeigt sich das im Icon Modell im Form des Mixed Layer Cape. Cape ist die für Konvektion verfügbare Energie und hierbei in der durchmischten Schicht. Wir sehen hier in der Warmluftzunge deutliche Capewerte. Dabei muss allerdings gesagt werden, das die realistischen Capewerte sich immer anders darstellen als gerechnet. Dennoch aufgrund des hohen Feuchteanteils ist eine Capemasse von über 1000 j/kg nicht so abwägig. Auch andere Modelle zeigen deutlich erhöhte Energiemengen.

Das amerikanische Wettermodell GFS zeigt sogar verbreitete hohe Capewerte über Ost- und Südosteuropa. Das zeigt auch das höher aufgelösste WRF-Modell das ebenfalls von den Amerikanern ist. Das ganze zeigt sich im übrigen auch an den Theta E Werten. Theta E ist die Temperatur, die erreicht wird, wenn man die ganze Feuchte aus der Luftmasse herauskondensieren lassen würde. Je höher der Wert, desto höher auch der Feuchtegehalt der Luftmasse und dementsprechend ein Hinweis auf das Vorhandensein von Energie und vor allem deuten hohe Theta E Werte und eine niedrige vertikale Windscherung auf ein hohes Risiko für Starkregen hin. Dieses Szenario zeigt sich für das Wochenende denn die Theta E steigen dabei von 30 bis 35 Grad auf 40 bis 50 Grad. Ein Theta E von 50 Grad und mehr kommt häufig bei sommerlichen Gewitterlagen vor und deutet auf eine schon tropische Luftmasse hin. Nun gibt es aber auch noch andere Capearten und da kommt zum Beispiel der MUCape. Der MUCape beschreibt die Energie, die vom labilsten Aufstieg der unteren 300 hPa gerechnet wird alse dem Luftpaket mit den höchsten Theta E in den unteren 300 hPa. Der MUCape ist vor allem für das nächtliche Gewitterrisiko interessant da der MUCape nur durch Konvektion abgebaut werden kann während sich der MLCape in der Regen ab Sonnenuntergang abschwächt. Daher ist in der Nacht der MUCape meist höher als der MLCape.

Es sei jedoch erwähnt, das Cape nicht der Hauptwert ist und in der Gewittervorhersage eher unzuverlässig ist. Vor allem das amerikanische Wettermodell neigt gerne dazu einen viel zu hohen Wert zu rechnen. Bei der Gewittervorhersage gelten daher noch viele weitere Werte wie z.B. Instabilitätsindizen wie KO-Index, TT-Index etc pp. Aber auch der Blick in die Werte der Radiosondenaufstiege um zu sehen ob die Werte realistisch sein können. Dabel wird die Luftmasse im Querschnitt gezeigt und so kann man dann die vertikalen Werte vergleichen und andere Werte errechnen.

Fazit : Im grunde ist am Wochenende mit deutlich steigenden Temperaturen zu rechnen aber durch den zunehmenden Feuchtegehalt steigt auch das Schwüleempfinden und das Gewitterrisiko. Die Wettermodelle geben sogar Signale für Schwergewitter. Hierbei wird es wohl auf Starkregen und Hagel sowie eine hohe Blitzrate der Fokus liegen.

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Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten