Zum Abend zunehmende Gewittergefahr ! Lokal Unwetter möglich !

Aktualisiert am : von Angelo D Alterio

Vorwarnung Starkregenschauer / Gewitter der Stufe “ ROT “ : Es können Schwergewitter mit heftigem Starkregen, grösseren Hagel und schweren Sturmböen auftreten ! Unwettergefahr !

Vorwarnung Starkregenschauer / Gewitter der Stufe “ ORANGE “ : Es können markante Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und stürmischen Böen auftreten !

Ausgegeben am 06.07.2017 um 09:00 Uhr, gültig bis zum 07.07.2017 um 10:00 Uhr, von Udo Karow – Vorhersageredaktion.

 

Die Wetterlage um 14:00 Uhr / 12:00 UTC

Deutschland liegt zunächst unter Hochdruckeinfluss der durch die Achse eines Höhenrückens gestützt wird. Der Höhenrücken hat seinen Anfang über Nordafrika ist jedoch in 500 hPa über Mitteleuropa kaum nachweisbar. Im Bereich des iberischen Halbinsel findet sich ein Höhentief das ein dortiges Bodentief stützt.

Über dem englischen Kanal bildet sich ein weiteres Bodentief von dem aus eine Warmfront über Deutschland verläuft. Hinter dieser Warmfront kommt es zur Advektion feuchtwarmer instabiler Luft mit hochsommerlichen Temperaturen von allem im Südwesten.

Das Bodentief wandert weiter in Richtung Nordsee. Dabei wird uns im weiteren Verlauf die Kaltfront des Tiefs erreichen wo im Vorfeld Hebungsvorgänge simuliert werden die eine recht deutlichen Intensität aufweisen können. Zudem zeigt sich im direkten Vorfeld der Kaltfront eine sehr hoher Feuchtegehalt mit einem Mixing Layer Mixing Ratio von 13 bis 15 eventuell auch 16 g / kg. Zudem zeigen die Taupunkte über Frankreich und den Benelux die Feuchte gut an mit Werten von möglichen 17 bis 22 Grad. Diese Feuchte wird am Abend dann auch auf den Westen von Deutschland übergreifen und sich weiter ostwärts verlagern.

In der Höhe nimmt der Druckgegensatz zu was sich in einer zunehmenden Windgeschwindigkeit zeigt und somit eine vertikale Windscherung von 15 bis 20 m/s möglich macht. Zudem zeigt das Windprofil einen SRH3 von 150 bis 200 m2/s2 und auch der SRH1 zeigt sich auffällig. Somit zeigt sich ein Potential für organisierte Strukturen wie z.B. Superzellen aber auch für Multible Convective Systeme ( MCS ). Die Radiosondenaufstiege aus der Nacht bestätigen einen deutlichen Energiegehalt mit einem MUCape von fast 2000 j/kg z.B. über Bordeaux.

Selbst über Brest zeigte sich ein Wert von knappen 1600 j/kg. Schaut man auf den Theta E so sieht man über Deutschland Werte von 50 bis 60 Grad und auch teilweise darüber die ein erhöhtes Maß an latente Energie zeigen. Das aktuelle Satellitenbild zeigt bereits erste Gewitterentwicklungen an der französischen Kanalküste und Nordfrankreich die sich in Richtung Belgien bewegen.

Warnsituation :

Zunächst bleibt es warnfrei. Jedoch steigt ab den Mittagsstunden im Westen die Gefahr von Schauern und Gewittern an. Dabei nimmt vor allem am Nachmittag die Gefahr für mögliche Schwergewitter deutlich zu. Es muss lokal mit heftigem Starkregen um 30 mm in kurzer Zeit sowie grösserem Hagel von 2 bis 3 cm Korndurchmesser eventuell auch 4 cm Korndurchmesser gerechnet werden. Zudem können Sturmböen bis schwere Sturmböen von 80 bis 100 km/h auftreten. Lokal kann ein Downburst in Orkanstärke nicht zu 100 % ausgeschlossen werden.

Die signifikanten Parameter zeigen zudem die Möglichkeit für Superzellen an an denen auch das Tornadorisiko leicht ansteigt. Derzeit scheint sich ein Gebiet von Nordrhein-Westfalen bis nach Berlin / Brandenburg heraus zu kristallisieren wo die heftigsten Gewitter möglich sein können. Fraglich ist die Situation im Nordosten, da es auch von einem Modell Signale für Gewitter gibt. In Bayern und auch dem südlichen Baden-Württemberg ist ebenfalls ein Fragezeichen zu setzen da es hier weiterhin Hochdruckeinfluss geben kann. Wärmegewitter sind jedoch über der schwäbischen Alb und dem Schwarzwald möglich.

Modellvergleich :

Die Wettermodelle sehen synoptisch recht ähnlich aus. Sah es gestern noch nach Gewittern ab den Mittagsstunden aus sind die meisten Wettermodelle eher auf den Abend gerückt. Somit scheint sich eine klare Unsicherheit beim zeitlichen Ablauf zu zeigen. Eine weitere Unsicherheit zeigt sich bei der Zugbahn des Tiefs und bei der Intensität der möglichen Gewitter. Die Gewitter werden lokal auftreten, so das nicht jeder davon erwischt wird. Sollte sich ein MCS entwickeln könnte jedoch ein grösseres Gebiet betroffen sein. Das Starkregenrisiko bewerten alle Modelle als ausgeprägt was die Radiosondenaufstiege unterstützen.

GFS liegt recht offensiv im Rennen mit deutlichen anschlagenden signifikanten Parametern wobei es hier oftmals zu einer Überschätzung der Lage kommt.  Recht defensiv zeigt sich das deutsche Modell was zwar Gewitter aber weniger Schwergewitter rechnet. Die hochaufgelössten Wettermodelle zeigen jedoch deutliche Signale für Schwergewitter.

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Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten