Zunächst einzelne Gewitter später aus Südwest neue Gewitter

Zunächst einzelne Gewitter später aus Südwest neue Gewitter

Wetterkarten zeigen mögliches Unwetterpotenzial, eventuell Linienbildung

Warnkarte Deutschland
Erstellt nach dem aktuellen Lauf des Cosmo D2 Modell 16-08-2020 06z / 08 Uhr

Vorwarnung Starkregenschauer / Gewitter Stufe ” ROT ” Es können erneut lokale Schwergewitter mit Unwetterpotential auftreten. Dabei kann es zu heftigem Starkregen ( 20-40 mm/h ), Hagel ( 1-2.5 cm ), Sturmböen bis schwere Sturmböen ( 75-100 km/h )

Vorwarnung Starkregenschauer / Gewitter Stufe ” ORANGE ” : Es können lokale kräftige Gewitter mit Starkregen ( 10-15 mm/h ), steifen bis stürmischen Böen ( 50-70 km/h ), kleinkörniger Hagel ( 1-1.5 cm )

 

Wetterlage 16-08-2020 12z / 14 Uhr ICON EU

Wetterlage Europa Isobarenkarte
Bodendruck, 10m Bodenwind ( gelb ) kurzer Strich 5, langer Strich 10 Knoten, 500 hPa Geopotential (m), Strömung (Knoten)

Deutschland wird heute von zwei Drucksystemen beeinflusst. Nach Nordosten hin bestimmt ein Hochdruckgebiet das Wetter, das von einer Zelle mit hohen Geopotential gestützt wird. Über dem östlichen Tschechien zeigt sich ein Höhentief, was aber wenig unser Wetter beeinflusst und dann die atlantischen teils hochreichenden Tiefdruckgebiete die vor allem den Westen und Südwesten beeinflussen. Im Vorfeld einer Kaltfront über Frankreich bildet sich eine Konvergenz die am Abend auf Deutschland übergreifen kann.

Es wirken zwei unterschiedliche Luftmassen auf Deutschland ein. Im Nordosten und Osten überwiegend stabilere und trockenere Luft und im Rest weiterhin eher feuchtwarme instabile Luft. In der instabilen Luftmasse können sich bevorzugt über den Mittelgebirgen einzelne kräftige Schauer und Gewitter bilden die unter Umständen auch unwetterartig ausfallen können. Vor allem der Starkregen steht dabei im Fokus.

Am Montag verlagert sich das Hoch weiter zum Baltikum während aus Westen der Tiefdruckeinfluss weiter zunimmt. Dabei wird die heiße Luft nach Osten verdrängt während mehr und mehr mäßig warme Luft einfließt. Dabei kann es im Osten nochmals Hitze um 30 Grad geben während im Rest Werte von 21 bis 25 Grad zu erwarten sind. Vor allem im Nordosten und Osten sind nochmals lokale Schwergewitter möglich. Sonst treten vielerorts Schauer oder Gewitter auf wobei das Unwetterrisiko deutlich herabgesetzt ist.

Synoptik

Im Osten und Nordosten zeigt sich verbreitet Absinken was dementsprechend Konvektion unterdrückt was die Gewittergefahr deutlich drückt. Hier wird es vor allem zwischen dem östlichen Schleswig-Holstein und Sachsen sowie östlich davon trocken und sonnig bleiben , teilweise mit Hitze. Im Rest zeigen erhöhte Taupunkte von 17 bis 22 Grad, das die Luftmasse recht feucht ist. Das Zeigen auch die Radiosondenaufstiege am heutigen Morgen 8 Uhr. Vor allem nach Südwesten aber auch nach Westen zeigen sich Taupunkte von 15 bis 18 Grad und am Beispiel Essen auch schon hohe Energiewerte mit einem MUCape von knapp 800 j/kg. Zudem zeigt der KO-Index mit Werten von -5 bis -11 K eine deutliche potenzielle Instabilität die durch Hebung in Labilität umgewandelt werden kann. Dabei kann sich eine Energie von 800 bis 1200 j/kg aufbauen.

Erneut zeigt sich ein hoher Gehalt an niederschlagbaren Wasser von deutlich über 30 mm so das erneut punktuell heftiger Starkregen auftreten kann. Der Delta Theta E zeigt im Westen und Südwesten auffällige Werte, was auf ein Risiko für Downbursts hinweist. Am Abend zeigen die Modellrechnungen Hinweise auf punktuell rotierende Aufwinde und einen leicht erhöhten Supercell Composit Parameter. Ein weiteres ist der Energy Helizity Index zeigt sich punktuell erhöht. Das bedeutet, dass es durchaus zu organisierter Konvektion kommen kann durch zunehmende Dynamik aus Westen und Südwesten.

Das Hebungskondensationsniveau liegt im Osten bei 2000 bis 2500 Meter und im Westen und Südwesten bei 1000 bis 1500 Meter. Dieser sinkt aber in den Abendstunden mehr und mehr ab. Damit könnte dann mögliche bodennahe Windscherung Einfluss auf die Wolkenbasis nehmen mit möglichen Rotationen.

Die Grenzschicht ( untere Grenze der Atmosphäe, wo der Boden seinen Einfluss verliert) liegt am Nachmittag überwiegend bei 1000 bis 2000 Meter. Bei Konvektion sinkt diese punktuell deutlich ab.

Über Udo Karow 1778 Artikel
Meine Spezialgebiete: Synoptik,Radarmeteorologie,Satellitenmeteorologie, Karten lesen und analysieren, Radiosondenaufstiege auswerten